Die Frauenkirche ist nicht nur Münchens berühmtestes Wahrzeichen, sondern steckt auch voller Geschichte und Legenden. Ihre markanten Zwiebeltürme prägen die Skyline, doch wusstest du, dass hier einst Kanonen standen? Oder dass der Teufel selbst beim Bau mitgeholfen haben soll – und dabei reingelegt wurde?
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Wenn du durch die Münchner Altstadt schlenderst, kommst du an ihr nicht vorbei: Die Frauenkirche mit ihren markanten Zwiebeltürmen ist DAS Wahrzeichen der Stadt. Mächtig ragt sie in den Himmel, ihre gotische Backsteinfassade schlicht, aber beeindruckend. Innen erwartet dich eine lichtdurchflutete Hallenkirche mit schmalen Säulen, die die Blicke nach oben lenken – wie eine typische gotische Kathedrale, aber weniger Schnörkel.
Geschichte mit Höhen und Tiefen
Erbaut wurde die Kirche zwischen 1468 und 1488 unter Herzog Sigismund – eine Rekordbauzeit für ein Bauwerk dieser Größe. Die Türme bekamen ihre berühmten Kuppeln allerdings erst um 1525 mit dem Aufsetzen der charakteristischen „Welschen Hauben“. Bis dahin standen die Türme jahrelang ohne Kuppeln da – und dienten während des Landshuter Erbfolgekriegs sogar als Verteidigungsanlage: Auf ihren Plattformen wurden Kanonen aufgestellt, um München gegen mögliche Angriffe zu schützen. Heute kaum vorstellbar, wenn man vor dem friedlichen Bauwerk steht. Die Frauenkirche überstand den Zweiten Weltkrieg nur mit sehr schweren Beschädigungen. Heute ist sie nicht nur ein spirituelles Zentrum, sondern auch eine beliebte Sehenswürdigkeit für Tourist*innen und Einheimische.
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Der Teufelstritt – Ein höllischer Deal
Der Teufel selbst soll seine Hand im Bau der Frauenkirche gehabt haben – zumindest, wenn man der Legende glaubt. Demnach hatte der Baumeister mit dem Teufel einen Pakt geschlossen: Der Bau würde pünktlich fertiggestellt werden, wenn die Kirche dafür ohne Fenster auskommen würde. Als das Werk vollendet war, betrat der Teufel voller Genugtuung das Gotteshaus – und sah tatsächlich keine Fenster. Doch er war getäuscht worden! Durch eine raffinierte Anordnung der Säulen waren die Fenster vom Eingang aus nicht zu sehen, wohl aber im restlichen Kirchenraum. Wütend über die List stampfte der Teufel auf den Boden und hinterließ einen Fußabdruck – den berühmten „Teufelstritt“, den du bis heute im Eingangsbereich bestaunen kannst.
Queer Faktor für LGBTQ
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Ein queerer Gottesdienst findet in der Frauenkirche nicht statt, aber falls du einen spirituellen Ort suchst, an dem Vielfalt gefeiert wird: Jeden zweiten Sonntag im Monat gibt es in der Kirche St. Paul an der Theresienwiese einen queeren Gottesdienst. Eine schöne Gelegenheit für alle, die Glaube und queere Identität verbinden möchten. Mehr Infos dazu findest du unter queergd.de.
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